Welches Kiefergelenk wird belastet, wenn man vorwiegend auf einer Seite kaut?

Wenn man – z.B. wegen eines schmerzhaften Zahnes – das Kauen auf einer Seite vermeidet, wird das Kiefergelenk dieser Seite vermehrt und unphysiologisch belastet. Wenn man also immer nur rechts kaut, kann das linke Kiefergelenk mit einer Funktionsstörung reagieren.

Was passiert, wenn auf einer Seite des Ober- oder Unterkiefers die Mahlzähne verloren gegangen sind?

Man spricht in diesem Fall von einer fehlenden Abstützung im Seitzahnbereich oder fehlenden Molarenabstützung. Diese bewirkt, dass das Kiefergelenk dieser Seite beim Zusammenpressen der Zähne und beim Kauen maximal belastet wird.

Ist Kaugummikauen schädlich für das Kiefergelenk?

Ja, übermäßiges Kauen von Kaugummi belastet nicht nur die Gelenke, sondern auch die Kaumuskulatur. Ist eines der Kiefergelenke bereits vorgeschädigt, sollte man auf Kaugummikauen überhaupt verzichten, sonst kann sich eine Arthrose ausbilden.

Ich mache bereits seit mehr als einem halben Jahr erfolglos Physiotherapie und wurde auch schon ohne anhaltenden Erfolg mit muskelrelaxierenden Medikamenten behandelt. Meine Kaumuskulatur ist weiterhin verspannt und schmerzt.

Jetzt sollte man versuchen, die am stärksten betroffenen Kaumuskeln durch Injektion von Botulinum Toxin A (Botox) ruhig zu stellen.

Können Kiefergelenkbeschwerden durch eine kieferorthopädische Behandlung nicht nur gebessert, sondern auch verschlechtert werden?

Es ist möglich, dass die neuen Zahnkontakte, die durch die kieferorthopädische Bewegung der Zähne entstehen, Bruxismus (Zähneknirschen) auslösen. Dadurch werden die Kiefergelenke und die Kaumuskulatur belastet und können mit Schmerzen reagieren.

Wie hoch ist die Erfolgsquote bei der arthroskopischen Kiefergelenkchirurgie?

Große internationale Studien geben eine Erfolgsquote von ca. 90% an.
 

Warum wird minimal invasive Kiefergelenkchirurgie nur an wenigen Kliniken angeboten?

Im Gegensatz zur offenen Kiefergelenkchirurgie erfordert das Erlernen minimal invasiver Techniken eine mehrjährige intensive Ausbildung. Der Chirurg muss ständig im Training bleiben und deshalb gibt es nur wenige Spezialisten, die diese Operationstechniken sicher beherrschen.