Leichte Funktionsstörungen des Kiefergelenks sollten prinzipiell zuerst konservativ behandelt werden. Auch bei schwereren Funktionsstörungen sollte zunächst mit konservativer Therapie begonnen werden, da in vielen Fällen eine Besserung der Schmerzen und der Funktion eintritt. Heute stehen uns aber auch besonders schonende „minimal invasive“ chirurgische Behandlungsmethoden zur Verfügung, die frühzeitig zum Einsatz kommen können, um weitere Schäden am Gelenk zu verhindern.

Eine „offene“ Kiefergelenkoperation – über einen mehrere Zentimeter langen Hautschnitt  – ist nach Ansicht von Professor Undt nur noch in seltenen Fällen indiziert. Der entscheidende Vorteil der arthroskopischen gegenüber der offenen Kiefergelenksoperation liegt darin, dass weder an der Gesichtshaut noch in den darunter liegenden Gewebsschichten störende Narben entstehen. Die Wahrscheinlichkeit von Schädigungen des motorischen Gesichtsnervs ist wesentlich geringer ist als bei der Kiefergelenksoperation über einen längeren Hautschnitt. Der Patient kann bereits am Tag nach der Operation das Krankenhaus verlassen und ist sofort voll einsatzfähig.